Das Lager Frøslev - Baracke H6
Am 5. Mai 1945 feierte Dänemark seine Befreiung. Doch mitten in der Freude braute sich eine Abrechnung zusammen. Das Frøslev Lager wurde zum Faarhus Lager, und nun sollten Nazi-Sympathisanten und Soldaten den Zorn der Öffentlichkeit zu spüren bekommen.
13.500 Menschen wurden in den Prozessen nach der Befreiung Dänemarks verurteilt. Es war eine Zeit voller Bitterkeit und dem Verlangen nach Gerechtigkeit – eine Zeit, in der vielleicht die Emotionen überhandnahmen. Begegnen Sie den verurteilten Frontfreiwilligen, die je nach Standpunkt als Helden, Kriminelle oder Opfer wahrgenommen wurden.
1.
Wenn die Geschichte die Perspektive wechselt
Für einige der Gefangenen waren ihre Taten ein Landesverrat an Dänemark. Für andere war es Loyalität zu ihren deutschen Wurzeln oder ein Kampf gegen den Bolschewismus an der Ostfront. Und für manche war es vielleicht nur eine Entscheidung, die unter dem Druck der Kriegsjahre getroffen wurde. Sehen Sie einzigartige historische Objekte von Ostfrontfreiwilligen und dänischen Nationalsozialisten, die die Geschichte von Menschen erzählen, die zwischen zwei Welten und zwei Loyalitäten gefangen waren – zwischen zwei Wahrheiten.

3.
Gerechtigkeit oder Rache?
Wer waren die Verräter? Und wer waren die Opfer? Die Antworten hängen davon ab, wen man fragt. Die meisten Gefangenen im Faarhus Lager stammten aus der deutschen Minderheit in Nordschleswig und waren Männer, die während des Krieges für Deutschland gekämpft hatten. Für die dänische Bevölkerung waren sie Verräter, die ihr Land verraten hatten. Doch für viele in der deutschen Minderheit fühlten sich die Urteile wie eine ungerechte Abrechnung mit einer ganzen Bevölkerungsgruppe an.

Foto: Frihedsmuseets fotoarkiv, Nationalmuseet


